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Planet der Vampire   

Planet der Vampire
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Original: Terrore nello spazio   (Italien, 1965)
Laufzeit: 86 Minuten (PAL)
Studio: Legend
Regie: Mario Bava
Darsteller: Barry Sullivan, Norma Bengell, Angel Aranda, Evi Marandi u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Englisch
Untertitel: -
Extras: Super 8 Fassung, Trailer
Preis: ca. 18 €
Wertung: 1-/ 2-/ 3- (Bild/Ton/Extras)


"Böser, roter Planet"

Nein auf dem Mars sind die beiden Raumschiffe nicht gelandet, aber Mario Bava frönt auch in seinem Ausflug ins Science Fiction-Genre einmal mehr der Vorliebe für kräftige Farben. In diesem Fall dominiert glutrot, das bestens durch den umherwabernden Bodennebel unterstützt wird. Die beiden Raumschiffe folgen einem mysteriösen Funksignal, um seinen Ursprung zu ergründen. Dabei landen sie unter großen Mühen auf dem Planeten. Alle Besatzungsmitglieder fallen aufgrund eines starken Schwerkraftfeldes während der Landung in Ohnmacht. Nach dem Aufwachen fallen sie übereinander her, nur der Kapitän kann durch seine besonnene Art schlimmeres verhindern. Als vom Schwesternschiff, das in einiger Entfernung runter gegangen ist, ein Notruf empfangen wird, macht sich der Kapitän mit einem Teil der Besatzung auf den Weg zu den Gefährten. Aber auf dem Planeten lauert etwas Mysteriöses, Unbekanntes, das den Kampf gegen die Menschen aufnimmt. Mario Bavas Film, der auf eine Kurzgeschichte zurückgeht, dürfte die Inspirationsquelle Nummer 1 für Ridley Scotts “Alien” gewesen sein. Die Geschichte gleicht sich in einigen markanten Details. Neben solch filmgeschichtlich interessanten Aspekten, zeigt Bava, wie man aus einem relativ dünnen Plot einen faszinierenden Film macht. Die Pappmachekulissen ragen blutrot aus dem Bodennebel heraus. Der gesamte Planet strahlt eine gefährliche Grundstimmung aus. Die Bilder formulieren eine eigene Spannungsdramaturgie, deren brillante Ästhetik “Planet der Vampire” zu einem Genuss werden lässt. Oder wie es schon Phil Hardy in seiner Science Fiction Filmenzyklopädie geschrieben hat: “Das Drehbuch ist banal, aber Bavas Regie ist mitreißend, … Gleichermaßen gelingt es Bavas ständig in Bewegung bleibender Kamera … ein durchdringendes Gefühl der Bedrohung zu erzeugen. Das Resultat ist ein Triumph der Pulp-Phantasie.”

BILD

Planet der Vampire

Die Bildqualität der DVD ist wirklich hervorragend. So muss ein Mario Bava-Film aussehen, damit man die ästhetischen Bildkompositionen vollends genießen kann. In gestochen scharfer Qualität präsentiert sich die DVD. Die Farben sind kräftig und erstrahlen in voller Qualität. Nur hier und da zeigen sich Bilddefektre, die auf das Alter des Films verweisen. Rauschmuster gibt es so gut wie gar nicht, lediglich, wenn der Nebel dicket wird zeigt sich ein leicht grizzeliges Bild. Ansonsten ist die DVD eine Augenweide, welche das atmosphärische Farbenspiel perfekt wiedergibt.

TON

Planet der Vampire

Der Monoton erschallt fast ohne Rauschen aus den Lautsprechern. Sowohl in der englischen, wie in der deutschen Fassung sind die Dialoge gut zu verstehen. Die Musik kann ihre Qualitäten leider nicht vollständig entfalten. Während der englische Ton gerade in der Geräuschwiedergabe differenzierte klingt, macht der deutsche Ton einen leicht matschigen Eindruck. Die deutschen Untertitel scheinen mit heißer Nadel gestrickt zu sein.













EXTRAS

Neben dem deutschen und einem amerikanischen Trailer hat Legend die alte Super8-Schamlfilmfassung auf die DVD gepresst. In 15 Minuten kann man sich noch einmal den ganzen Film ansehen. Es ist schon faszinierend, wie tatsächlich die wesentlichsten Informationen darin enthalten sind. Lediglich die Handlung hat keinerlei dramaturgischen Bogen mehr, sie wirkt ehr hektisch und ohne Atmosphäre. Ein schönes Extra.

FAZIT

“Planet der Vampire” ist ein optisch beeindruckender Genuss, der vor allem in atmosphärischer Hinsicht punktet. Technisch ist die DVD ausgezeichnet. Ein Stück, dass man sich zulegen sollte.



Stefan Dabrock


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