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Frightmare   

Frightmare
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Original: Frightmare   (GB, 1974)
Laufzeit: 88 Minuten (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Pete Walker
Darsteller: Rupert Davis, Sheila Keith, Deborah Fairfax, Paul Greenwood u.v.a.
Format: 1.33:1 Vollbild
Ton: DD-Mono Deutsch, Englisch
Untertitel: -
Extras: -
Preis: ca. 18 €
Wertung: 2+/ 2-/ 6 (Bild/Ton/Extras)


"British Stew!"

“Frightmare” ist nicht der Film, der eine besondere Horrorspannung verbreitet. Und auch die Splatterszenen – für damalige Verhältnisse recht deftig – wirken aus heutiger Sicht nicht so dramatisch. “Frightmare” ist der Film, der einem wie ein Nachgeschmack auf der Zunge liegt, ein Film, der immer besser beziehungsweise unangenehmer wird, je länger das Ansehen zurückliegt. In einer Präsequenz verurteilt ein britischer Richter ein Ehepaar zu psychiatrischer Behandlung, weil sie nach einem Gutachter schwer krank sind. Angesichts des abscheulichen Verbrechens, so der Richter drohend, sollen sie so lange eingesperrt bleiben, bis sie wieder ihren Platz in der Gesellschaft einnehmen können. Einige Jahre später sehen wir einen Teenager mit ihrem Freund durch die Stadt ziehen. Sie gehen in Kneipen und trinken was, wollen ein bisschen die Freiheit genießen. Das Mädchen lebt zusammen mit ihrer erwachsenen Schwester, die versucht, als Mutter aufzutreten. Aber der Teenager ist renitent und hat keinen Respekt vor der Schwester. Eines Abends kommt es zu einem Zusammenstoß zwischen den jungen Leuten und einem Barmann, der dem Mädchen keinen Alkohol ausschenken wollte. Am nächsten Tag taucht die Polizei in der Wohnung der Schwestern auf, um Fragen zu stellen. Was genau in der Nacht passiert ist, bleibt zunächst unklar. Während die ältere Schwester sich Sorgen macht, hat sie ein Geheimnis, das sie zu verbergen sucht. Nachts fährt sie zu einem einsam gelegenen Landhaus, in dem ein altes Ehepaar wohnt. Sie bringt merkwürdige Pakete mit. Pete Walkers Film ist geschickt aufgebaut. Zunächst gewinnt man den Eindruck, als handele es sich um ein Film, der Heranwachsende in ihrer Aufmüpfigkeit beobachtet. Im Ton wirkt er ein wenig wie ein Jugendgang-Thriller. Schon hier säht Walker jedoch Ereignisse, die er später in eine andere Richtung drehen wird. “Frightmare” ist ein echtes Psychodrama, das Abhängigkeiten sowie unangenehme Deformationen behandelt. Jede Figur innerhalb des Werkes kämpft um ihren eigenen Weg oder kämpft gegen die eigene Schwäche an. Dabei passen die einzelnen Neigungen nicht besonders gut zusammen. “Frightmare” gewinnt seine hinterhältige Stimmung aus der konsequenten Umsetzung, die etwas Zwingendes hat. Das Thema der Adoleszenz, das anfangs auf der Ebene der Jugendbanden beschworen wird, bleibt bis zum Ende präsent. In der Figur des jungen Mädchens bündelt Pete Walker die gemeine Stimmung des Films. Sie rundet den Horror ab, der sich nach dem Sehen immer weiter in jede einzelne Gehirnwindung fortpflanzt.

BILD

Frightmare

In Sachen Bildschärfe ist die DVD eine echte Augenweide. Bis in kleinste Details produziert der Silberling ein sehr gutes Bild. Wie bei einem Film dieses Alters nicht anders zu erwarten, kommt die DVD nicht ohne Dreckspuren beziehungsweise Defekte aus. Die Farben sind vor allem in den Nachtszenen und in der Kneipe am Anfang des Films sehr kräftig. Ein paar stehende Rauschmuster gibt es auch. Zusammengefasst ist das Bild gut.

TON

Frightmare

Der Ton kommt ohne besondere Ausschläge in die eine oder andere Richtung aus. Die Synchronisation ist recht ordentlich. Sowohl bei der deutschen wie bei der englischen Tonspur lassen sich die Dialoge gut verstehen, Die Musikwiedergabe ist in Ordnung.




EXTRAS

Es sind keine Extras vorhanden, da es die auf dem Cover angegebene Bildergalerie nicht gibt.

FAZIT

“Frightmare” entwickelt sich immer mehr zu einem Schlag in die Magengrube, je länger das Sehen zurückliegt. Pete Walkers Film ist eine intelligente Auseinandersetzung über Identität und psychische Abhängigkeiten vor dem Hintergrund eines drastischen Themas. Technisch ist die DVD sehr gut.



Stefan Dabrock


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