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Nächte des Grauens   

Nächte des Grauens
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Original: Plague of the Zombies   (GB, 1966)
Laufzeit: 86 Minuten (PAL)
Studio: Anolis / e-m-s
Regie: John Gilling
Darsteller: Andre Morell, Diane Clare, John Carson, Brook Williams, Jaqueline Pierce u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: James Bernard-Interview, Doku, Comic u.m.
Preis: ca. 15 €
Wertung: 2+/ 4 / 3- (Bild/Ton/Extras)


"Untoten-Tanz!"

Die quasi als Back-to-Back Produktion mit “Das schwarze Reptil” entstandene Plage der Zombies (so eben der originale Titel) ist von seiner Figurenkonstellation bei weitem nicht so spannend wie die Geschichte um das Reptilwesen. Dafür bieten die “Nächte des Grauens” sehr viel mehr klassische Atmosphäre, mehr Zombies und eine Alptraumsequenz, die sich wirklich gewaschen hat und Stoff für prominente Nachahmer lieferte. Als in einem kleinen nebligen Dörfchen in England die Menschen an einer mysteriösen Krankheit wie die Fliegen sterben weiß sich Dr. Thompsen (Brook Williams) keinen Rat mehr. Er bittet seinen alten Mentor Sir James Forbes (Andre Morell) ihm bei der Aufklärung des Phänomens zu helfen. Als plötzlich auch Thompsons Frau die Symptome der Krankheit zeigt und Forbes Tochter eine seltsame Kreatur in der Nähe eines alten Minenschachts sieht, hegen die Wissenschaftler einen furchtbaren Verdacht: die vermeintlich Verstorbenen werden wieder lebendig. An den klassichen Voodoo-Mythos anknüpfend werden dem Zuschauer hier noch keine menschenfressenden Untoten vorgesetzt. Als unheimliche Mordgesellen funktionieren die schaurig aussehenden Grabflüchter trotzdem sehr gut. Leider verschießt “Nächte des Grauens” sein Pulver schon zu früh und lässt niemals einen Zweifel daran, welcher böse Geist hinter dem ganzen Hokuspokus steckt. Deshalb konzentriert sich Regisseur John Gilling mehr auf das Inszenieren schaurig-nebliger Tableaus für die wirkungsvollen Auftritte seiner Untoten. Die Alptraum-Sequenz von Dr. Thompson auf dem Friedhof ist wohl die stimmungsvollste Zombie-Auferstehungsszene, die je auf Film gebannt und oftmals kopiert wurde. Einschließlich angeschrägter Bilder und Reiß-Zooms haben sich hier sicherlich die Genre-Kollegen Fulci und Raimi für ihre späteren Werke bedienen können.

BILD

Nächte des Grauens

Auch hier hat Anolis wieder ein sicheres Händchen bewiesen: Die Vorlage des anamorphen Widescreentransfers (1.78:1) wurde gut aufgeräumt und zeigt so gut wie keine Spratzer oder Dreckspuren. Schärfe und Kontrast sind gut gelungen, obwohl die vielen Tag-für-Nacht-Filteraufnahmen durch Aufhellung mit geringem Kontrast sehr viel an Detail verlieren. Hier stört auch der sehr gute Schwarzwert, der hübsch dunkel ist, dabei leider auch viele Details in dunkleren Szenen verdeckt. Die Farben selbst sind kräftig und geben die erdenfarbene, pastellene Farbpalette des Films sehr gut wieder. Die Kompression verhindert die Bildung von Artefakten und Blockrauschen. Trotz der leichten Beeinträchtigung in den dunklen Szenen (die eben auch den spezifischen Look des Films bestimmen) ein äußerst guter Transfer.

TON

Nächte des Grauens

Der Monoton wurde auf der deutschen wie auf der englischen Spur ordentlich aufgeräumt und das Grundrauschen auf ein Minimum reduziert. Die deutschen Dialoge kommen wie üblich wesentlich kräftiger daher als der englische Originalton, der hier aber auch sehr gut gelungen ist und sogar ein gewisses Gefühl der Räumlichkeit vermittelt - allerdings ohne Surroundsound. Die effektvolle Musik von James Bernard verschafft sich ebenfalls recht dynamisch Gehör und unterstreicht - ohne dabei Dialoge zu verschlucken - gelungen die schaurige Atmosphäre des Films. Ordentlich.

EXTRAS

Als Extra-Material gibt es ein 20-minütiges Interview mit dem Komponisten James Bernard zu sehen. Der Musiker vertonte einen Großteil der Hammer-Filme und hat dadurch ebenfalls den Stil dieser Filme geprägt. Neben seiner Karriere erzählt Bernard auch über seine Beziehung zu den Filmen und beantwortet Fragen aus dem anwesenden Publikum. Eine wirklich nette Dreingabe, die zwar wenig über “Nächte des Grauens” aber viel über die Hammerfilme im Allgemeinen aussagt. Desweiteren befinden sich wieder Trailer, extensive Bildergalerien (mit originalen Werberatschlägen und Filmprogramm) und das abgefilmte Comic zu “Nächte des Grauens” auf der DVD. Ebenfalls liegt der DVD noch wirklich schöner, zweiseitiger Begleittext von Uwe Sommerlad bei, den vor allem Genre-Einsteiger mal zu Gemüte führen sollten.

FAZIT

Mit “Nächte des Grauens” setzt Anolis seine erfolgreiche Hammer-Serie auf DVD gelungen fort. Die technische Qualität der Scheibe ist wieder sehr gut. Die Extras kommen diesmal ohne eine lästige “World of Horror” Werbevorstellung aus. Dafür gibt’s ein tolles Interview mit dem Hammer-Komponisten James Bernard. Dafür lohnt es sich schon, aus seinem Grab wieder aufzuerstehen.



Kay Pinno


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