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Teufel kam aus Akasawa   

Teufel kam aus Akasawa
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Original: Der teufel kam aus Akasawa   (BRD / Spanien, 1972)
Laufzeit: 80 Minuten (PAL)
Studio: Polyband
Regie: Jess Franco
Darsteller: Soledad Miranda, Fred Williams, Horst Tappert, u.v.a.
Format: 1.33:1 Vollbild (4:3)
Ton: DD5.1 Deutsch, DD-Mono Deutsch
Untertitel: -
Extras: Audiotrack mit Franco, Interviews
Preis: ca. 20 €
Wertung: 3 / 2-/ 4 (Bild/Ton/Extras)


"Francos Agenten-Hammer"

“Agenten des US-Geheimdienstes und Scotland Yards auf der Jagd nach einem geraubten seltenen Stein. Spannungsarmer Krimi nach Motiven von Edgar Wallace, der sich durch sexuelle Aktionen seiner Helden interessant machen möchte”, urteilte der katholische Filmdienst seinerzeit. Auch wenn er da mit dieser kurzen Beschreibung gar nicht so ganz falsch liegt, wäre es verfrüht, dem Film jegliches Unterhaltungspotential abzusprechen. Das liegt hauptsächlich daran, dass man dem Produkt des spanischen Vielfilmers Jess Franco, der für seine günstig hergestellten Werke bekannt ist, durchaus die Leidenschaft ansieht, welche er in den Film gesteckt hat. Im Grunde genommen zeigt Franco, wie man einen Agentenfilm ohne großes Budget drehen kann. Es gibt die genreüblichen undurchsichtigen Figuren, ein seltsames Geheimnis, das es zu lösen gilt, Menschen mit Welteroberungsphantasien und eine Handlung, die ein paar Verwicklungen aufweist. Das einzige, was es wirklich nicht gibt, sind spektakuläre Action-Szenen. Statt dessen sieht man zum Beispiel, wie eine Schießerei ohne große Spezialeffekte gefilmt werden kann. Bei Franco ist weder der Schütze wirklich zu sehen, noch zeigt er direkte Einschüsse. Dennoch gelingt ihm über einen Appell an die Vorstellungskraft, die bei der Soundkulisse sofort aktiv wird, den Vorgang glaubwürdig über die Bühne zu bringen. Letztlich besticht “Der Teufel kam aus Akasawa” durch seine notgedrungene Reduziertheit. Der Film wirkt wie das Grundgerüst zu einem viel aufwändigerem Werk. Aber gerade weil das ganze Blendwerk des Agentenfilms fehlt, kann “Der Teufel kam aus Akasawa” als Low-Budget-Interpretation klassischer Genre-Linien faszinieren. Unter den im Filmdienst-Zitat angesprochenen sexuellen Aktionen der Helden sollte man sich übrigens nicht zu viel vorstellen. In erster Linie frönt Franco auch in diesem Film seiner Obsession für die spanische Darstellerin Soledad Miranda, welche als Undercover-Agentin in einem Strip-Club arbeitet. Aufgrund der Fetisch-Vorliebe des Regisseurs kann man die attraktive Frau in neckischer Aufmachung bei der “Scheinarbeit” beobachten. Aus heutiger Sicht bleibt das aber eher harmlos.

BILD

Teufel kam aus Akasawa

Wo zum Teufel hat Polyband diese Vorlage her? Daran gibt es nun wirklich gar nichts auszusetzen. Sie überzeugt sowohl klare, leuchtende Farben, einen ordentlichen Schwarz-Level und Dreckspuren oder andere Beeinträchtigungen sind auch so gut wie nicht vorhanden. Für einen Jess Franco Film von 1970 war das nicht unbedingt zu erwarten. Auch sonst kann nicht viel gemeckert werden. Immer mal wieder einige wenige stehende Rauschmuster und leichtes Hintergrundrauschen beeinträchtigen des Sehgenuss nur unbedeutend. Einziges Manko der Veröffentlichung: auch hier hat Polyband – wie schon bei dem Argento-Film “Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe” – nicht das Originalkinoformat auf die DVD gebracht. Beim Vorspann fällt auf, dass links und rechts ein kleines Stück fehlt. Das macht sich während des Filmes aber kaum noch bemerkbar, da hier der Unterschied zum Original-Format offensichtlich nicht besonders groß war. Insofern muss man dafür zwar Abzüge vornehmen, diese können aber sehr moderat bleiben.

TON

Teufel kam aus Akasawa

Der größte Unterschied zwischen dem neuen DD5.1-Mix und der Original-Mono-Spur liegt in der Abmischung der Dialoge zur restlichen Tonkulisse. Die Sprache erscheint jetzt nicht mehr so dominant, wie noch beim Originalton. Außerdem kommt die groovige Easy-Listening-Musik besser zur Geltung. Beide Tonspuren sind aber klar verständlich und weisen nur geringes Rauschen auf. Auch hier schneidet der 5.1-Track etwas besser ab. Im großen und ganzen lässt sich sagen, dass man eine Neuabmischung im Geiste des Originaltones gemacht hat, was sehr in Ordnung ist, da eine überzogene, effektüberladene Neufassung auch überflüssig wäre.

EXTRAS

Das Bonus-Material ist nicht besonders üppig ausgefallen. Am interessantesten ist noch ein Musikstück aus einem Soundtrack-Album von Jess Franco mit dem Titel “Recordando te Soledad”, zu dem über Texttafeln und Fotos eine Kurzbiographie der Darstellerin Soledad Miranda eingespielt wird. Darüber hinaus gibt es eine kleine Bildergalerie mit Aushangfotos, eine mit Werbematerial zum Film und jeweils ein Texttafel-Interview mit Jess Franco sowie Fred Williams. Beide sind ganz nett.

FAZIT

Obwohl Polyband erneut nicht zum Original-Kinoformat gegriffen hat, kann man diese DVD zum Kauf empfehlen, da der Unterschied nur wenig zum Tragen kommt. Bild- Und Tonqualität präsentieren eine herrlich absurde Agentengeschichte ansonsten sehr ansprechend.



Stefan Dabrock


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