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Königreich der Yan   (BLU-RAY)

Königreich der Yan
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Original: Kong saan mei yan   (Hongkong / China, 2008)
Laufzeit: 95 Minuten (1080p)
Studio: Splendid
Regie: Ching Siu Tung
Darsteller: Kelly Chen, Donnie Yen, Leon Lai, Xiodong Guo
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD 5.1 Deutsch, Mandarin
Untertitel: Deutsch, NL
Extras: Making of, Trailer
Preis: ca. 28 €
Wertung: 2-/ 2+/ 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Der Landarzt"

Im alten China der sieben Königreiche herrscht mal wieder Krieg. Ein Dauerzustand möchte man meinen, denn die habgierigen Fürsten möchten natürlich die vermeintlich schwächeren Nachbarn unterjochen und ausbeuten. Diesmal hat es die Nation der Zhao auf den kleineren Staat der Yan abgesehen. Als in der ersten Schlacht der Yan-König tödlich verwundet wird, wittert der machtgierige General Hu Ba (Xiaodong Guo) seine Chance auf den Thron. Doch der König sieht seinen Nachfolger in dem loyalen Muyong (Donnie "Die unbesiegbare Kampfmaschine" Yen). Um einen Putsch während des Krieges zu vermeiden, wendet Muyong einen Trick an und verhilft der bisher nur dekorativen Prinzessin Yen (Kelly Chen) auf den Thron. Als Anführerin der Yan-Truppen wird sie natürlich schnell das Ziel von Attentätern. Nur knapp kann sie schließlich einem Anschlag entgehen und landet schwer verletzt in den Armen eines Eremiten (Leon Lai). Der unbekannte Heilkundler kümmert sich um die Prinzessin und zeigt ihr eine Welt fernab des Krieges und der Feindseligkeit. Doch es naht der Moment, da Yen wieder in die harsche Realität zurückkehren muss.
Ching Siu Tung gibt sich alle Mühe, das momentan in China beliebte historische Schlachtendrama mit seinen Märchenwurzeln im Stil von "Swordsman" oder "Chinese Ghost Story" zu kreuzen. Das Ergebnis ist leider eher ärgerlich. Selbst für einen Hongkong-Film wird die Schmalz-Schmerzgrenze hier deutlich überschritten. Wenn Landarzt Leon Lai mit Kelly Chan zu süßlich "Titanic"-Soundtrack geschwängerten Klängen in Zeitlupe minutenlang durch die Lüfte des Waldes sausen, dann ist ein gewisses Durchhaltevermögen gefordert. Richtig schlimm wird's aber, wenn die pflichtvergessene Prinzessin schließlich ihr gesamtes Königreich und ihre beiden liebsten Menschen komplett in den Dreck reitet, nur um ihren Lusten und Launen nachzugehen. Wenigstens liefert Ching Siu Tung noch ein schönes Heldenszenario für Donnie Yen nach, der wieder einmal zeigen darf, dass er der härteste Bursche unter Chinas Sonne ist. Wer schließlich über die extrem dick aufgetragene Schmalzschicht hinwegsehen kann, darf sich bei "Das Königreich der Yan" immerhin über ein sauber inszeniertes Kampfspektakel vor aristokratischen Intrigen freuen.

BILD

Königreich der Yan

Insgesamt ist der anamorphe HD-Transfer (2.35:1) der Scheibe solide gelungen. Die Vorlage ist sauber und lässt keine analogen Rückstände erkennen. Dennoch ist das Filmkorn der Vorlage immer wieder deutlich zu sehen. Besonders in dunkleren Szenen schleicht sich hier ein sichtbares Grieseln ein. Insgesamt sind Schärfe und Kontrast als gut zu bezeichnen. Besonders die Ausstattungsdetails und die aufwendigen Kostüme profitieren dabei von der höheren Auflösung. Nur in den dunkleren Szenen setzt sich ein weicherer Schwarzwert mit schwammigeren Konturen durch. Die Farben werden ebenfalls solide und nicht zu überbetont dargestellt. An einigen Stellen scheint die Farbpalette allerdings etwas künstlich aufgedreht worden zu sein, damit ein etwas märchenhafterer Look entsteht. Die Kompression arbeitet sauber und liefert ein stabiles Bild.
Anzumerken ist allerdings noch, dass der Overscanbereich des Transfers anscheinend falsch eingestellt wurde, so dass bei vollständiger Bildausgabe links und rechts zwei dünne schwarze Balken zu sehen sind.

TON

Königreich der Yan

In DTS-HD 5.1 sind sowohl der deutsche als auch der chinesische Ton aufgespielt. Dynamisch ergießt sich hier die Klangkulisse in alle Surroundkanäle und lässt sowohl das Schlachtengetümmel als auch die musikalische Untermalung lebendig werden. Stark betont sind hier auch die Schwertstreiche, die mit rauschendem Schwung durch die Frontstage donnern. Die Dialoge sind klar und deutlich verständlich. Störende Überlappungen treten nicht auf. Gut.

EXTRAS

Bei den Extras lässt sich ein solides "Making of" finden, das im kantonesischen Original deutsch untertitelt wurde. Etwas krude zusammengeschnitten erhält man trotzdem einen guten Blick auf die aufwendige Ausstattungsarbeit des Films. Auch die aufwendigen Schlachten und Stuntsequenzen, sowie die zahlreichen visuellen Effekte werden im Detail besprochen.

Ein Trailer zum Film sowie weitere Trailer aus dem Hause Splendid sind ebenfalls vorhanden.

FAZIT

Hongkong-Kino-Veteran Ching Siu Tung hat sein Handwerk noch nicht verlernt. Dennoch kann das historische Schlachtenepos nicht über den entsetzlich schmalzigen Charakter der Hauptgeschichte hinwegtäuschen. Hongkongfans werden sich natürlich gerne an den tollen Bildern sattsehen. Dafür liefert die Scheibe von Splendid einen soliden Transfer.



Kay Pinno


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