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Stuck   (BLU-RAY)

Stuck
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Original: Stuck   (USA, 2007)
Laufzeit: 86 Minuten (1080p)
Studio: Constantin
Regie: Stuart Gordon
Darsteller: Stephen Rea, Mena Suvari, Russel Hornsby u.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD 5.1 Deutsch, englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Kommentar, Making of u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1-/ 2-/ 2+ (Bild/Ton/Extras)


"Gesellschaftlicher Durchbruch"

Regisseur Stuart Gordon ist eigentlich bekannt durch seine großen Genre-Beiträge im Horrorbereich. Geradezu unsterblich wurde er bereits mit seinem filmischen Erstling "Re-Animator", der Schauspieler Jeffrey Combs für immer auf die Rolle des irren Dr. Herbert West festlegte.
Der eigentlich vom theater stammende Filmemacher nutzte allerdings immer jede Gelegenheit, um sich auch in anderen Genres auszutoben.
In den letzten Jahren hat sich Gordon allerdings, mal abgesehen von seinen Beiträgen zu den "Masters of Horror" dem phantastischen Kino eher abgewandt, um sich dem realen Horror in der Gesellschaft zu widmen.
Bereits mit seinen Filmen "King of the Ants" und "Edmond" (prominent mit William H. Macy besetzt) drang er in finstere menschliche und gesellschaftliche Untiefen vor, die einen erschaudern lassen.
"Stuck" wirkt eigentlich wie ein konsequenter Abschluss dieser inoffiziellen Trilogie, die schlussendlich eine Reaktion auf den Irrsinn herausfordert. Wie David Lynch einst in "Blue Velvet" schaut auch Stuart Gordon hinter die Fassaden einer vermeintlich zivilisierten Gesellschaft, um den moderingen und gefährlich leicht an die Oberfläche tretenden Untergrund hervorzubringen, der eigentlich unter allen menschlichen Sozialgefügen schlummert.
Diesmal trifft es die arglose Krankenschwester Brandi (Mena Suvari), die nach einer Feier den unglückseligen Sozialabsteiger und frisch obdachlosen Thomas Bardo (Stephen Rea) mit ihrem Auto mitnimmt - und zwar frontal in der Windschutzscheibe! Im Schock über den Unfall rast Brandi allerdings nicht zum nächsten Krankenhaus, sondern in die heimische Garage. Dort lässt sie den schwer verletzten Thomas wortwörtlich hängen, um sich mit ihrem Freund eine Vertuschung auszudenken. Derweil ahnt das Unfallopfer bereits, dass es um seine Überlebenschancen nicht gut steht. Doch eine Rettung scheint nur möglich, wenn Thomas den Spieß umdreht und selbst zum Täter wird.
Finster fädelt Stuart Gordon den Strudel der psychischen und physischen Gewalt ein, dessen Ursprung er in der sozialen Kälte und blankem Profitstreben einer immer entmenschlichteren Gesellschaft sieht. Gordon entzieht sich hier einer billigen Schwarzweiß-Malerei und zeigt deutlich, wie sich ein "ganz normaler Mensch" in drastische Dinge verstricken kann, die ihn oder sie zum Äußersten treiben, damit der eigene Status Quo nicht gefährdet wird - die kalte Logik dahinter: wer nach seinen eigenen Konditionen überleben will, fühlt sich auch immer im Recht, diese mit allen Mitteln zu erhalten!
Dass diese Geschichte tatsächlich passiert ist und der Ausgang noch tragischer war, lässt einen allerdings noch mehr schauern, als der gesamte Film selbst. Ein wahrlich düsterer Spiegel, den Stuart Gordon seinen Zuschauern hier vorhält.

BILD

Stuck

Der anamorphe Widescreen-Transfer (1.85:1 / 1080p) basiert auf einer sehr guten Vorlage und fast keine Rückstände des analogen Filmmaterials. Schärfe und Kontrast sind sehr gut und liefern ein detailreiches und gut ausgewogenes Bild. Teilweise wirkt das Bild aber auch ein wenig weichgezeichnet, was allerdings an den eingesetzten Linsen der Kamera liegen dürfte, die in diesem Falle auch das Licht etwas weicher machen. Die Farben sind ebenfalls sehr realistisch und nicht überbetont, was sicherlich auch an der insgesamt eher düsteren Farbpalette des Films liegt. Besonders der Schwarzlevel erweist sich dabei als gut gelungen und bietet eine gute Tiefe, ohne dabei Bilddetails einzubüßen. Die Kompression arbeitet sauber. Artefakte oder Hintergrundrauschen treten nicht auf.

TON

Stuck

Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch als DTS-HD 5.1 Tracks vor. Beide Spuren liefern eine solide Räumlichkeit und gut verständliche Dialoge. Besonders auffällig ist die gelungene Einbindung sämtlicher Hintergrundgeräusche auf der gesamten Soundstage. Die deutschen Dialoge sind hier leider wieder viel zu deutlich in den Vordergrund gemischt, aber dafür absolut gut verständlich. Die Musik verteilt sich sehr gut über alle Kanäle, ohne dabei den eigentlichen Soundtrack zu überlagern. Ein Track ohne große Überraschungen oder Auffälligkeiten.

EXTRAS

Constantin hat sich für "Stuck" das komplette Bonusmaterial gesichert, was dem Release nur zu Gute kommt. Der Audiokommentar von Stuart Gordon zusammen mit Autor John Strysik und Hauptdarstellerin Mena Suvari ist eine willkommene Ergänzung. Gordon, der in seinen Audiokommentaren eigentlich immer glänzt, diskutiert sowohl mit Strysik als mit Suvari über die Hintergründe des originalen Falls und die verschiedenen Veränderungen, die Gordon letztlich an der Geschichte und am Drehbuch vorgenommen hat. Selbstverständlich sind natürlich auch produktionstechnische Hintergrundinfos und einige nette Anekdoten zu erfahren. Ein gelungener Track, der den Film gut ergänzt.
Das dreiteilige "Making of" (zusammen ca. 30 Min.) beleuchtet sehr kompakt die Dreharbeiten mit einem besonderen Fokus auf die Spezialeffekte. Dafür nimmt die Erläuterung des originalen Falls, einschließlich der Kommentare von einem der Pressebegleiter des Falls, und die Umsetzung der Geschichte in einen Film einen großen Teil ein.
Knapp eine weitere halbe Stunde an Interviewmaterial mit Stephen Rea und Autor John Strysik vom "AFI Filmfestival" in Dallas können auch noch durchgeschaut werden. Hier wird allerdings hauptsächlich das wiederholt, was bereits im Audiokommentar und im "Making of" durchgekaut wurde.

FAZIT

Stuart Gordons "Stuck" ist eine bitterböse gesellschaftliche Abrechnung. Kranker und verstörender ist nur noch Gordons eigener "King of the Ants". Der reale Hintergrund der Geschichte macht den Film nur um so gruseliger. Constantin liefert mit der Blu-Ray eine gelungene Umsetzung der Schauermär ab, die sogar alle Extras mitbringt. Tödlich gut.



Kay Pinno


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