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Terminator 4 - Die Erlösung DC   (BLU-RAY)

Terminator 4 - Die Erlösung DC
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Original: Terminator - Salvation   (USA, 2009)
Laufzeit: 118 Min. (1080p)
Studio: Sony Pictures
Regie: McG
Darsteller: Christian Bale, Sam Worthington, Anton Yelchin, Helena Bonham Carter, Bryce Dallas Howard, Michael Ironside u.v.a.
Format: 2.40:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 5.1 Deutsch, Englisch DD5.1 Hindi, Tam, Telugu
Untertitel: Deutsch, Englisch, Hindi, Türkisch
Extras: Making of, FX-Featurettes, BD-Live u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1-/ 1-/ 1- (Bild/Ton/Extras)


"Krieg der Zukunft"

Nach dem schwachen aber nicht ganz uninspirierten dritten "Terminator - Rebellion der Maschinen", der sich bereits wie ein aufgemotzter TV-Pilotfilm für eine "Terminator"-Serie, die es nie gab, anfühlte, blieb es lange ruhig um den lukrativen Science Fiction Franchise. Und nicht bloß weil der reale Terminator zum Gouvernator aufgestiegen war und für Dreharbeiten einfach nicht mehr zur Verfügung stand. Viele mögliche Regisseure, Autoren und Schauspieler gaben sich die Klinken in die Hand, bis die Wahl schließlich auf den Popcorn-Action-Overdrive Filmer McG fiel, dass "Terminator"-Universum wieder aus der (Feuer)Taufe zu holen.
"Terminator Salvation" bringt schließlich etwas auf die Leinwand, wovon Fans bereits seit 1984 geträumt haben. Bereits James Camerons Originalfilme bescherten dem Zuschauer einige Blicke in eine düstere, postnukleare Zukunft, in der die wenigen überlebenden Menschen wie Ungeziefer unter der Erde hausen müssen, da die mit Trümmern und Schädeln übersäte Oberfläche von den Killermaschinen Skynets beherrscht wird. Der irrsinnige Krieg gegen die Maschinen im "Wasteland" der Zukunft war eine verlockende Actionvision, die sich perfekt in den düsteren Kanon des ersten "Terminators" einfügte und ihm eine epische Dimension verlieh.
Diese nahm sich McG schließlich als Vorbild, um ein weiteres Kapitel über den Kampf von Mensch gegen Maschine zu erzählen. Dabei müht er sich redlich, an den düsteren wie trostlosen SciFi-Stil von Cameron heranzukommen. Teilweise gelingt ihm dies sogar. In fast grau monochromen Farben wird geschossen, explodiert und verfolgt. Nach dem Judgement Day sind die Menschen aber anscheinend doch noch weitaus besser ausgerüstet, um dem intelligenten Abwehrnetzcomputer Skynet auf die Pelle zu rücken. Hubschrauber, Kampfjets und Nuklear-U-Boote lassen tatsächlich schnell die Frage aufkommen, warum die Menschheit den Krieg gegen Skynet eigentlich noch nicht gewonnen hat. Aber egal, John Connor (Christian Bale) ist bei der kämpfenden Truppe mit an Bord - allerdings nicht als Chef. Überhaupt kratzt sich Connor viel am Kopf, denn irgendwie scheint sich alles anders zu entwickeln, als er und seine Mutter sich das mit der Rettung der Zukunft mal ausbaldowert hatten.
Als dann plötzlich noch eine neuartige Mensch-Maschine (Sam Worthington) bei den Widerstandskämpfern auftaucht und erzählt, dass Skynet einen Jungen namens Kyle Reese (Anton Yelchin) in einem seiner Killertransporte hat, schrillen bei Connor die Alarmglocken. Doch auch das Oberkommando unter General Ashdown (Michael Ironside) plant einen großen Vernichtungsschlag gegen die Maschine - nur ohne Rücksicht auf menschliche Verluste.
Obwohl im Vorspann offiziell nur zwei Autoren für den Film genannt werden, waren jedoch zahlreiche "helfende Hände" an der Endproduktion beteiligt. Und das fällt leider massiv auf. Irgendwo in "T4" gibt es sicherlich eine gute Geschichte, aber diese wird derart hirnlos zerfasert, dass es schon fast weh tut. Dies beginnt mit einer belanglosen wie absolut überflüssigen Eröffnungssequenz mit Helena Bonham Carter, einer im folgenden auf zwei unabhängigen Erzählsträngen dahintaumelnden Geschichte und recht beliebig wirkenden Actionsequenzen, die - ganz McG - zwar viel zu Bruch gehen lassen, aber niemals wirklich weh tun oder echte WoW-Momente produzieren. Während die Ereignisse um John Connor und den Widerstand zudem recht öde und ohne eigene innere Dramatik daherkommen, darf wenigstens die Parallelgeschichte um Kyle Reese und seinen "großen Metallfreund Shane" in Gestalt von Sam Worthington gefallen. Hier trifft "Blade Runner" auf "Terminator" und "Fist of the North Star"(!!!). Leider hat Worthington hier nicht annähernd die Chance, einem Roy Batty auch nur das Wasser zu reichen. Dafür haben ihm Autoren und Regisseur einfach zu wenig Material gelassen. Wenigstens Shooting Star Anton Yelchin (Pavel Chekov aus dem neuen "Star Trek") kann sich als junger Reese alle Sympathien sichern und den Film noch zum großen Teil retten. Ausgerechnet Christian Bale hat dagegen kaum mehr zu tun, als grimmig in die Kamera zu stieren und auch den kleinsten Dialog mit 3000 Dezibel in ein Mikrofon oder den nächsten Statisten zu brüllen.
Entschädigt wird der Zuschauer aber wenigstens mit ein paar schönen "Terminator"-Momenten, wie den hulkigen Plastikhaut-Terminatoren T600 und einem virtuellen Cameo im Finale, das einem für kurze Zeit den Atem raubt.
Auch wenn McG "Terminator Salvation", der auf Blu-Ray als minimal längerer Director's Cut (Schnittbericht hier) vorliegt, größtenteils in die Asche des nuklearen Feuers gesetzt hat, so ist doch eins gewiss: aus eben dieser Asche werden sich die Maschinen wieder erheben, um die Menschheit erneut (im Kino) zu unterjochen.

BILD

Terminator 4 - Die Erlösung DC

Der anamorphe Widescreentransfer (2.40:1) basiert natürlich auf einer hervorragenden Vorlage und zeigt keinerlei analoge Rückstände. Filmkorn zeigt sich nur an wenigen Stellen deutlicher, aber fällt aufgrund des insgesamt rauen Looks des Films nicht auf. Schärfe und Kontrast sind sehr gut und liefern einen sehr detailreichen Gesamteindruck. Aufgrund der fast monochromen Farbreduzierung und dem stark angezogenen Kontrast neigen die dunklen Bereichen, besonders bei Konturen oder Gesichtsschatten allerdings schnell zum leichten Absaufen. Insgesamt wurden die Farben stark reduziert, um einen äschernen, postnuklearen Look zu erzeugen. Der Schwarzlevel ist durch die genannten Faktoren schon fast ein bisschen zu tief und neigt auch zum Überschatten von Details. Die Kompression arbeitet sauber.

TON

Terminator 4 - Die Erlösung DC

Der Ton im DTS-HD-Format gibt von Anfang an richtig Stoff und setzt auf bombastische Dynamik. Bei den zahlreichen Flug- und Verfolgungssequenzen wird die gesamte Soundstage ordentlich bedient. Zahlreiche direktionale Effekte lassen auch die Schusswechsel bedrohlich realistisch klingen. Der Subwoofer bekommt dazu ein paar Überstunden aufgebrummt und sorgt für den richtigen Wumms im Wohnzimmer. Die Dialoge sitzen gut verständlich im Centerkanal, aber rutschen bei der Atmosphäre auch mal in die Surroundkanäle. Die Musik mischt sich solide zwischen die an sich schon gewaltige Soundkulisse, ohne sich störend in den Vordergrund zu drängen. Überlappungen oder Aussetzer konnten nicht festgestellt werden. Auch hier kann man von gutem Demomaterial für hochauflösende Audioformate sprechen.

EXTRAS

Statt einem klassischen Audiokommentar hat Sony (erstmals in Deutschland) "Terminator Salvation" den "Maximum Movie Mode" spendiert, der in den USA bereits auf dem Director's Cut von "Watchmen" zu bewundern war. Hier handelt es sich um einen Walk-On-Kommentar, wobei der Regisseur auf einer virtuellen Bühne mit dem Film interagieren kann, um bestimmte Techniken zu erklären und auch sofort onscreen zu demonstrieren, was er genau meint. So nimmt McG z.B. wunderbar die lange Plansequenz beim ersten Angriff mit John Connor auseinander und zeigt, wie in vier verschiedenen Locations die gesamte Sequenz entstanden ist und später im einzelnen so geschnitten und bearbeitet wurde, damit dasw nicht auffällt. Dazu gibt es im "Maximum Movie Mode" wahlweise verschiedene Minifeaturettes zu den Spezialeffekten und Stunts und Bildergalerien, die während des Films an den passenden Stellen ausgewählt werden können. Die Fokuspunkte können aber auch separat über das normale Menü abgerufen werden. So stellt man sich interaktive Features im Zeitalter von Blu-Rays vor. Sehr gut.
"Die Zukunft neu erfinden" ist ein klassisches "Making of"-Feature (ca. 20 Min.), das einen soliden Blick hinter die Kulissen und auf die logistischen Probleme der Produktion sowie des "Terminator"-Erbes der Vorgängerfilme wirft. Nicht umwerfend, aber ganz in Ordnung.
Der "Moto-Terminator" (ca. 9 Min.) zeigt schließlich die Zusammenarbeit des Spezialeffekte-Teams mit Ducati, um das Design und die Umsetzung der Motorrad-Terminatoren zu entwickeln.

FAZIT

McG "Terminator - Die Erlösung" zerfällt wie ein schlechter Cyberdyne-Prototyp in seine Einzelteile. Trotz eines gelungenen Designs einer düsteren Zukunft bleibt der Film hinter den brillant finsteren Entwürfen von James Cameron einfach zurück. Auch der hier vorliegende Director's Cut ändert daran nichts. Die Blu-Ray von Sony ist technisch tadellos und bringt den Film in brillanter Qualität ins Heimkino. Lohnenswert ist die Scheibe vor allem wegen des "Maximum Movie Mode", der die Bonus-Feature-Möglichkeiten der Blu-Ray genial ausnutzt.



Kay Pinno


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