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REVIEWS



Deer Woman   

Deer Woman
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Original: Deer Woman   (USA, 2005)
Laufzeit: 56 Minuten (PAL)
Studio: Splendid
Regie: John Landis
Darsteller: Brian Benben, Anthony Griffith, Cinthia Moura, Julian Christopher u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Behind the Scenes, Biographie
Preis: ca. 17 Euro
Wertung: 2-/ 2 / 4- (Bild/Ton/Extras)


"JägerGeister!"

Um John Landis ("Blues Brothers", "American Werewolf") ist es in den 90-er Jahren ruhig geworden. Ein mittelprächtiger Flop jagte den Nächsten - einzige Ausnahme: “Innocent Blood”. Nach dem kommerziell angebiederten “Blues Brothers 2000” war der Ofen schließlich endgültig aus. Mit seiner "Masters of Horror"-Episode zeigt Landis aber, dass die kreative Flamme in seinem Herzen noch nicht erloschen ist. Mit seinem typisch durchgeknallten Humor und ein wenig Splatter ist “Deer Woman” ein amüsantes Highlight der Serie geworden. Als in einem abgelegenen Örtchen innerhalb kürzester Zeit die völlig zermatschten Leichen von Männern aufgefunden werden, steht der ermittelnde Detective Faraday (Brian Benben) vor einem Rätsel. Die menschlichen Überreste sehen alle wie von einem Laster überfahren aus. Dennoch schließen die Fundorte eine solche Möglichkeit völlig aus. Als schließlich auch noch Hufabdrücke und Hirschfell an den Toten gefunden wird, entwickelt sich Faradays Fall in eine seltsame Richtung, die ihn auf einen alten Indianermythos über eine blutgierige Hirsch-Geisterfrau stoßen lässt. Herrlich schräg entwickelt Landis eine klassische Buddy-Cop-Geschichte zwischen dem ausgebrannten Faraday und seinem Kollegen Jacob Reed (Anthony Griffith). Benben und Griffith legen bei ihrer Polizeiarbeit, bei der sie sich natürlich gegen einen lauten Vorgesetzten und missgünstige Kollegen durchsetzen müssen, eine erfrischend heitere Dynamik an den Tag. Gespickt mit zahlreichen Insiderwitzen und Referenzen (wer genau hinschaut, wird auch einen Cameoauftritt von Landis und Mick Garris sichten!) wird die unheimliche Hatz nach dem Mörder zu Landis unterhaltsamsten Trip seit “Kopfüber in die Nacht”. Hier stimmt seine einmalige Balance zwischen Komödie und ernsten Momenten wieder perfekt. Allein die Sequenz, in der sich Faraday verschiedene Versionen des seltsamen Tathergangs der Morde ausmalt, ist wirklich zum Schreien komisch. Leider endet die Folge - ganz im Stil von "American Werewolf" - äußerst abrupt.

BILD

Deer Woman

Das anamorphe Bild (1.78:1) basiert auch hier wieder auf einer guten Vorlage, die keine analogen Rückstände wie Spratzer, Bildpunkte oder Dreckspuren erkennen lässt. Diesmal hat das Bild auch keine Probleme mit einem schwächelnden Schwarzlevel oder leichter Bildkörnigkeit. Dafür hat sich ein deutliches Zeilenflimmern eingeschlichen, das besonders an länglichen Konturen deutlich ins Auge fällt. Schärfe und Kontrast sind trotzdem sehr gut. Die Farben sind sehr kräftig, was sich besonders im grellen Interieur des Indianer-Casinos zeigt. Die Kompression ist absolut sauber und lässt keine Artefakte oder Ruckeleien auftreten.

TON

Deer Woman

Der Dolby Digital 5.1 Track leistet solide Arbeit und nutzt auch für bestimmte Surround-Momente wie das drohende Hufgetrappel die Soundstage sehr gut aus. Die spärlich eingesetzte Musik mischt sich ebenfalls gut über alle Kanäle. Die Dialoge sind auf Deutsch natürlich mal wieder stärker in den Vordergrund gemischt, aber auf beiden Tonspuren gibt es keine störenden Überlappungen. Insgesamt ein sehr solider Track, der sporadisch durch gute Surroundausnutzung auffällt.

EXTRAS

Statt der gelobten Besserung hat Splendid die Extras auf der Scheibe noch weiter beschnitten: die Einzelinterviews mit Regisseur und Schauspielern sind jetzt auch nicht mehr vorhanden. Statt dessen gibt es nur noch neun unkommentierte “Behind the Scenes”-Clips (ca. 70 Min.), die die Dreharbeiten vor Ort zeigen. Der einzige Pluspunkt dabei ist, dass man John Landis mal in Ruhe bei seiner Arbeit beobachten kann. Ansonsten darf man der Crew sehr viel beim “Warten auf Godot” zuschauen.

FAZIT

John Landis Folge ist wirklich ein unterhaltsamer Hit geworden, der sowohl bei den Lachern als auch bei den Schockmomenten punkten kann. Bis auf das auffällige Zeilenflimmern ist die DVD technisch solide umgesetzt. Leider wurden die Extras gegenüber ihren internationalen Pendants weiter zusammengestaucht. Dafür hat Splendid einen ordentlichen Tritt von “Deer Woman” verdient.



Kay Pinno


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