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Masters of Horror

Masters of Horror

Mit 13 Genre-Veteranen geht der Schrecken in Serie

“Einiges war zu heftig für das US-Fernsehen!”

The Masters of Horror
Phantastische Serien hatten im US-Fernsehen schon immer ihren Platz. Egal ob “Twilight Zone”, Steven Spielbergs “Phantastische Geschichten” oder splattriger Comic-Grusel aus der Gruft des Cryptkeepers bei “Tales From the Crypt” - gepflegter Schrecken aus den Händen fähiger Regisseure wurden zu einem Erfolgskonzept. Selbst eine “Nightmare”- und “Freitag der 13.”-Serie bestückt mit Genre-Nachwuchsmaterial wurden mal kurzzeitig aus der TV-Taufe gehoben, um allerdings auch schnell wieder ins Land der Vergessenheit zu entschlafen. Eins hat es bei diesen Genre-Ausflügen im TV allerdings nie gegeben: wahre Schockmomente und echten Terror im Parkett suchte man dort bisher vergeblich. Mit den “Masters of Horror” (nicht zu verwechseln mit einigen deutschen Veröffentlichungen der “Tales from the Crypt”, die unter gleichem Namen firmierten!) soll diese Lücke unter fachkundiger Anleitung geschlossen werden.

“WER ODER WAS SIND DIE ‘MASTERS OF HORROR’ ?”

John Carpenter Masters of HorrorDas Feld der einschlägigen Genrefilmemacher ist in Amerika nicht unbedingt groß und die Jungs kennen sich untereinander ganz gut, da sie auch privat recht gut befreundet sind. Vor einigen Jahren haben ein paar dieser namhaften Regisseure (darunter Carpenter, Landis, Dante, Corman, del Toro, Romero) eine Verabredung zum gemeinsamen Essen genutzt, um eine Art geheimen Stammtisch für Horrorfilmemacher zu gründen: eben die “Masters of Horror”. Neben dem zünftigen Festschmaus werden dort die Anekdoten von aktuellen Filmprojekten ausgetauscht, um gleichzeitig die alten Kriegsnarben miteinander vergleichen zu können - eben großer Spaß zum kleinen Preis. Bei einer dieser Sitzungen kam Regisseur Mick Garris (“Critters 2”, “Sleepwalkers” sowie mehrere Stephen King TV-Adaptionen) mal als erster auf die Idee, dass man statt immer nur zu zechen und Spässeken zu machen, man lieber auch mal ein gemeinsames Filmprojekt auf den Weg bringen könnte. Nachdem das erste Gelächter darüber abgeklungen war, stellte wohl jemand wieder eine ernst gemeinte Frage: “Wer würde dafür wohl Geld zur Verfügung stellen?” Wieder schallendes Gelächter! Angestachelt von dem Unglauben seiner Kollegen ließ Garris aber nicht locker und präsentierte seinen staunenden Freunden schon auf der nächsten Prunksitzung der “Masters” einen so kühnen Plan, dass selbst John Landis erstmals von Joe Dante gekniffen werden musste, um sein Erstaunen aus der Lippe fallen zu lassen: “Wie Fernsehen?!”

Dario Argento Masters of HorrorGarris hatte seine TV-Kontakte spielen lassen, um Anchor Bay einen besonders lukrativ erscheinenden Produktionsdeal unterzujubeln: 13 bekannte Horror-Regisseure drehen für eine Handvoll Dollar jeweils ca. einstündige TV-Episodenfilme für eine Ausstrahlung im Kabelfernsehen mit nachfolgender DVD-Auswertung bei ihrem Label. Die einzige Bedingung: totale künstlerische Kontrolle und freie Auswahl unter originalen Drehbüchern! Nachdem der US-Sender Showtime sich für eine Ausstrahlung solcher Folgen interessierte, musste Garris seinen Kumpels kein X für ein U mehr vormachen. Jetzt wurden Nägel in Köpfe gemacht! Kurz und schmerzvoll wurde in Kanada gedreht. Für jede Folge wurden ca. 10 Drehtage eingeplant. Für die zahlreichen Make-Up-Effekte erklärten sich die (inzwischen Oscar-prämierten!) Genre-Helden von K.N.B.-Effects mal wieder bereit, für ausreichend groteske Latex-Kreationen und künstlichen Lebenssaft zu sorgen. Von den Regisseuren der “Masters of Horror” mussten aber kurzfristig George A. Romero und Roger Corman wegen Terminschwierigkeiten ausgetauscht werden. Die größte Überraschung war allerdings, dass ausgerechnet das asiatische Enfant Terrible Takashi Miike ebenfalls für eine Episode angeworben werden konnte. Seine S/M-aufgeladene Folge “Imprint” stieß dann auch gleich auf den Unmut der TV-Zensoren. Doch die Ausstrahlung einer drastisch verstümmelten Episode kam für die Produzenten nicht in Frage. Deshalb ist “Imprint” als einzige Folge der Serie nicht ausgestrahlt worden und wird exklusiv auf DVD veröffentlicht. Leicht geschnitten ausgestrahlt wurde aber Dario Argentos Episode “Jenifer”, die eine recht fiese Sequenz enthält, bei der besonders das männliche Publikum Phantomschmerzen bekommen dürfte. Trotzdem waren die Ausstrahlungen auf Showtime so erfolgreich, dass bei Mick Garris und seinen Kohorten gleich eine zweite Staffel der “Masters of Horror” für die kommende Halloween-Saison nachbestellt wurde.
Mick Garris Masters of Horror
In Deutschland veröffentlicht Splendid ab dem 31. März 2006 in Abständen bis August 2006 die komplette erste Staffel der “Masters of Horror”. Zum Auftakt erscheinen im März die Episoden “Cigarette Burns” (Carpenter), “Jenifer” (Argento) und “Chocolate” (Garris).

Die weiteren Erscheinungstermine (UPDATED!)

28. April: “Homecoming” / “Dreams in the Witch House” / “Deer Woman”

26. Mai: “Incident on and off a Mountain Road” / “Sick Girl”

30. Juni: “Fair Haired Child”

28. Juli: “Imprint” / “Haeckel’s Tale”

25. August: “Pick me up” / “Dance of the Dead”

Von der Ausstattung her sollen die Scheiben identisch mit den US- bzw. GB-Veröffentlichungen sein (jeweils Audiokommentar, Interviews, Making of u.m.). Leider fehlen aber auf den ersten drei deutschen Scheiben aber die Audiokommentare der Regisseure. Eine Nachfrage bei Splendid ergab, dass es anscheinend Terminschwierigkeiten mit den US-Mastern gegeben hatte und deshalb die Audiokommentare bei diesen Scheiben nicht mehr rechtzeitig mit auf die DVD gepackt werden konnten. Die nachfolgenden Veröffentlichungen sollen dann aber komplett ausgestattet sein. Das werden wir natürlich selbstverständlich überprüfen.

Zudem hat sich auch schon herumgesprochen, dass John Carpenters Episode “Cigarette Burns” für die FSK-Freigabe geschnitten werden musste. Näheres dazu folgt in unserem ersten DVD-Test zur “Masters of Horror”-Reihe. Splendid versichert aber auch hier, dass “Cigarette Burns” von den bisher bei der FSK vorgelegten Folgen die einzige Episode ist, die unter die Zensurschere musste.

07.04.2006 Kay Pinno.
Dance of the DeadHaeckel’s TaleImprintFair Haired ChildSick GirlDreams in the Witch HouseHomecomingDeer WomanChocolateJeniferCigarette Burns


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