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Dreams in the Witch House   

Dreams in the Witch House
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Original: Dreams in the Witch House   (USA, 2005)
Laufzeit: 56 Minuten (PAL)
Studio: Splendid
Regie: Stuart Gordon
Darsteller: Ezra Godden, Chelah Horsdal, Jay Brazeau, Campbell Lane u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Behind the Scenes, Biographie
Preis: ca. 17 €
Wertung: 2 / 2+/ 4- (Bild/Ton/Extras)


"Hexen-Hammer!"

Auch für Regisseur Stuart Gordon - Genrefans am besten durch seinen “Re-Animator” bekannt - sah es in den letzten Jahren nicht gut aus. Einzig 2001 sorgte er mit "Dagon" für den besten weil atmosphärischsten Film aus Brian Yuznas spanischer “Fantastic Factory”-Produktionsstätte. Mit “Dreams in the Witch House” zeigt er ebenfalls, dass er nach all den Jahren nichts von seinem Gespür für dichte Settings und eine ordentliche Gruselstimmung verloren hat. Dennoch werden eingefleischten Horrorfreunden die Motive des klassischen “Haunted House” plus Hexenmythos vielleicht ein wenig zu klassisch erscheinen. Dennoch holt Gordon alles aus dem vorliegenden Stoff, der auf einer Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft basiert, heraus. Dabei zaubert er auch die von ihm bekannten, absurden Wissenschaftsmotive in die Episode. Student Walter Gilman (Ezra Godden) beschäftigt sich für seine Abschlussprüfung schließlich mit einer seltsamen Theorie über die Schnittpunkte von Paralleluniversen - einen Aspekt, den Gordon schon in “From Beyond” unter die Lupe nahm. Um in Ruhe seinen kosmischen Quatsch zu büffeln mietet sich Gilman in einer heruntergekommen Absteige ein. Abgesehen von den kauzigen Bewohnern plagen den Studenten schon bald seltsame Alpträume von einer Ratte mit einem menschlichen Gesicht und einer Kutten-tragenden Gestalt. Die Träume nehmen im “Nightmare”-Stil immer öfter außerordentlich reale Züge an. Bald weiß Gilman nicht mehr zwischen Realität und Phantasterei zu unterscheiden und wird zum blutgierigen Erfüllungsgehilfen einer Macht, die anscheinend aus einem seiner theoretischen Paralleluniversen stammt. Behutsam steigert Stuart Gordon den Wahnsinn seines Protagonisten, um den Zuschauer ebenfalls langsam aber sicher in die Hexenfalle tappen zu lassen. Aus dem berühmten “Necronomicon” darf Gilman schließlich sein tödliches Schicksal erfahren. Zwar bleiben nach dem blutigen Finale noch einige Fragen offen, aber dadurch auch eine dichte Gänsehaut erhalten.

BILD

Dreams in the Witch House

Das anamorphe Bild (1.78:1) basiert auch hier wieder auf einer guten Vorlage, die keine analogen Rückstände wie Spratzer, Bildpunkte oder Dreckspuren erkennen lässt. Diesmal hat das Bild keine Probleme mit einem schwächelnden Schwarzlevel oder leichter Bildkörnigkeit. Auch das deutliche Zeilenflimmern wie bei “Deer Woman” ist hier fast völlig verschwunden. Schärfe und Kontrast sind sehr gut und lassen auch Details in Wideshots gut erkennen. Die Farben sind sehr kräftig, was aber durch das düstere Setting im inneren des Spukhauses kaum zur Geltung kommt. Die Kompression ist absolut sauber und lässt keine Artefakte oder Ruckeleien auftreten.

TON

Dreams in the Witch House

Der Dolby Digital 5.1 Track kann in dieser Episode richtig gut auftrumpfen. Die atmosphärische Musik von Richard Band sorgt auf allen Kanälen schon für ein seltsames “Re-Animator”-Retro-Flair mit Gänsehautfaktor. Dazu kommen einige hervorragend eingesetzte gezielt direktionale Soundeffekte, die für ein 360-Grad Hörerlebnis sorgen. Geisterstimmen hallen aus verschiedenen Ecken und das Trippeln der Ratte ist ebenfalls rundherum zu hören. Die Dialoge sind ansonsten fest im Center verankert und immer gut verständlich. Störende Überlappungen gibt es nicht. Ein wirklich gelungener Track.

EXTRAS

Wieder einmal darf man sich bei den Extras nur mit sieben unkommentierten “Behind the Scenes”-Clips (ca. 70 Min.), die die Dreharbeiten vor Ort zeigen, und einer Biographie zum Regisseur zufriedengeben. Die Interviews und Audiokommentare der US- bzw. GB-DVD sind nicht vorhanden.

FAZIT

Stuart Gordon liefert eine atmosphärisch dichte Folge mit klassischen Hexenhorror-Motiven ab, die in eine “Haunted House”-Geschichte im Stil von H.P. Lovecraft verpackt wurde. Neben Carpenters "Cigarette Burns" und Landis "Deer Woman" eine “Masters of Horror”-Folge, die man nicht verpasst haben sollte. Technisch bleibt die DVD auf soliden Niveau, während die Extras nicht wirklich überzeugen können.



Kay Pinno


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