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Mercenario - Der Gefürchtete   

Mercenario - Der Gefürchtete
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Original: Il Mercenario   (Italien, 1968)
Laufzeit: 102 Min. (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Sergio Corbucci
Darsteller: Franco Nero, Jacck Palance, Tony Musante u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD2.0 Deutsch, Englisch, It
Untertitel: Deutsch
Extras: Featurette, Trailer, Bildergalerie u.m.
Preis: ca. 13 €
Wertung: 2 / 3 / 2 (Bild/Ton/Extras)


"Berufs-Revoluzzer auf der Flucht"

Ahhh, die mexikanische Revolution. Ein großes und beliebtes Thema im linkslastigen Ouevre italienischer Filmemacher am Ende der 60-er und zu Beginn der 70-er Jahre. Neben Sergio Sollimas großartigen Moral-Traktaten versuchte auch Mr. "Django" noch vor Sergio Leones "Todesmelodie", dem revolutionären Treiben einen tragisch nihilistischen Stempel aufzudrücken.
Ganz klassisch spielt er hier drei Kräfte gegeneinander aus, die sich die Revolution auf ihre ganz eigene Weise zu Nutze machen. Da wäre Kowalski aka Der Pole (Franco Nero), der ein knallharter Söldner und Geschäftsmann ist. Als Profitgeier und Kriegsgewinnler ist er Vollprofi und kennt sich im Kriegsgeschäft aus. Wer ihn bezahlt, gewinnt auch für gewöhnlich seine Schlacht.
Dann haben wir den armen Peon Paco Roman (Tony Musante bleibt hauptsächlich wegen Argentos "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" im kollektiven Filmgedächtnis). Er lehnt sich gegen die reichen Ausbeuter im eigenen Land auf. Nicht aber, um Gerechtigkeit walten zu lassen, sondern nur um sich selbst und seinen Gefolgsleuten die Taschen zu füllen.
Als dritter im Bunde sorgt der niederträchtige Killer Ricciollo aka "Curly" (herrlich hackfressig Jack Palance) für Wirbel in Mexiko. Getrieben von persönlichen Rachegelüsten will er den beiden Revoluzzern ans Leder. Dafür stellt er sich auf die Seite der korrupten wie unbarmherzigen Obrigkeit, die sich ebenfalls nicht zu schade ist, mit einem Killer Geschäfte zu machen.
Das sozialistische Prinzip der Umverteilung und den Kampf darum schildert Corbucci als niederträchtige Angelegenheit, bei der es allen Parteien eigentlich nur darum geht, sich schamlos zu bereichern, während die dabei aufkeimenden Machtgelüste alles korrumpieren - ohne Ausnahme.
In einer schicken Endsequenz zeigt Corbucci den armen Paco als Rodeoclown. HIer wird der Narr, der sich buchstäblich in den Weg der ungezügelten Gewalt stellt immer wieder auf die Hörner genommen, ohne jemals eine Chance zu haben, den Kampf zu gewinnen. Großartig. Leider zerfällt der Film besonders in der zweiten Hälfte zu stark in separate Episoden, die eine durchgängige Dramaturgie vermissen lassen. Dafür kann man sich an der immer wieder grandiosen Musik von Ennio Morricone berauschen.
Im Vergleich zur Quasi-Fortsetzung "Zwei Compagneros" schneidet "Mercenario" allerdings schwächer ab.

BILD

Mercenario - Der Gefürchtete

Der anamorphe Widescreentransfer (2.35:1) basiert auf einer sehr guten Vorlage, die ziemlich sauber ist und nur ein paar wenig Bildpunkte hier und da aufweist. Schärfe und Kontrast sind erstaunlich gut und halten besonders in den zahlreichen Wideshots recht gut durch. Close-Ups zeigen trotz einer leichten Körnigkeit den vollen Umfang an Details. Die Farben sind kräftig, stabil und wirken sehr natürlich. Der Schwarzlevel ist solide und ausreichend detailgetreu. Die Kompression arbeitet sauber. Hintergrundrauschen oder Artefakte treten nicht auf. Gut.

TON

Mercenario - Der Gefürchtete

Neben dem deutschen Ton in DD 2.0 sind auch die englische und die italienische Synchronisation vorhanden, die dem deutschen Track aber in nichts nachstehen. Sehr gut aufgeräumt zeigt sich der Mono-Ton von seiner besten Seite. Mit wenig Rauschen und gut verständlichen Dialogen, lässt der Track fasst vergessen, dass der Ton schon so alt ist. Surround-Aktivität findet natürlich nicht statt. Im normalen Stereomodus kann der Film gut angehört werden. Störende Übersteuereungen oder Restrauschen konnte nicht wahrgenommen werden. Eine solide Aufarbeitung der Monotracks.

EXTRAS

Eine recht ansprechende Dokumentation mit dem Titel "Die Regeln der Revolution" (ca. 40 Min.) holt einige Mitstreiter der Filmproduktion, einschließlich der beiden Hauptdarsteller Nero und Musante, vor die Kamera. Sehr lebhaft erinnert man sich an die wilde Zeit des italienischen Westens in Spanien zurück und gibt einige herrliche Anekdoten preis. So wurde sogar ein UFO während der Produktion des Films gesichtet, abgelichtet und das Bild sogar zur NASA geschickt. Kein Wunder also das sich die Aliens immer noch nicht blicken lassen, da Sie wohl im Glauben sind, dass sich die Erde auf dem Entwicklungsstand eines Italowesterns befindet! Sensationell.
Ebenfalls klasse ist ein sehr hübscher Drehort-Vergleich von damals zu heute, der mit der schönen Morricone-Musik unterlegt ist. Abgerundet werden die Extras mit schönen Trailern zum Film (einschließlich des Deutschen!) und einer umfassenden Bildergalerie.

FAZIT

Mit "Mercenario" bekommt ein weiterer großer Italowestern mit Franco Nero seine verdiente Würdigung. Erstmals ungeschnitten und mit netten Extras versehen ist die Scheibe von Koch Media eine leichte Empfehlung für die Fans des Genres.



Kay Pinno


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