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Devil   

Devil
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Original: Devil   (USA, 2010)
Laufzeit: 77 Min. (PAL)
Studio: Universal
Regie: John Erick Dowdle
Darsteller: Chris Messina, Logan Marshall-Green, Jenny O'Hara, Bojana Novakovic, Bokeem Woodbine, Geoffrey Arend, Jacob Vargas u.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Englisch, Tr
Untertitel: Deutsch, Englisch, TR, DK, NL, FIN, N, S
Extras: Geschnittenne Szenen, 3 Featurettes
Preis: ca. 16 €
Wertung: 2-/ 2 / 3- (Bild/Ton/Extras)


"Fahrstuhl zur Hölle"

Nach seinem kometenhaften Aufstieg kam für Mystery-Regisseur M. Night Shyamalan ("The Sixth Sense") ein ziemlich schnelles Aus: mit seinem besten Film "Unbreakabale" war er seinem Publikum leider viel zu weit voraus und floppte an der Kinokasse. Danach setzte es mit "The Village", "Das Mädchen aus dem Wasser" und "The Happening" Schritt für Schritt weiter aus, so dass sich der Genre-Liebhaber inzwischen auch auf seine Produzenten-Rolle konzentriert, um anderen Newcomern eine Chance zu geben.
Unter dem Titel "Midnight Chronicles" will Shyamalan nun kleinere Projekte verwirklichen, die ganz im Stil von klassischen Serien wie "Twilight Zone" oder "Outer Limits" funktionieren. Mit "Devil" wiird dabei ein klaustrophobisches Thema angeschnitten, dass der Niederländer Dick Maas bereits mit "Fahrstuhl des Grauens" und seinem eher augenzwinkernden Remake "Down" bereits maßgeblich zelebrierte.
Eingepfercht auf wenigen Quadratmetern mit einer Gruppe von Menschen, die man zumeist nicht kennt, kann sich ein Fahrstuhlfahrt eben schnell in einen Horror-Trip verwandeln. Ausgehend von diesem grundlegenden Szenario spinnt Regisseur John Erick Dowdle (bisher nur durch das überflüssige US-Remake "Quarantine" aufgefallen) noch eine ganz andere Geschichte, die zunächst sehr an die "Final Destination"-Serie erinnert - nur dass nicht der Tod, sondern der Teufel ein böses Spiel mit den fünf Insassen eines Fahrstuhls treibt. Gekonnt wird im Verlauf des Films ständig die Linie zwischen dem Phantastischen und dem Realen in Frage gestellt. Hat Belzebub hier seine schwefeligen Finger im Spiel oder findet hier ein ausgeklügeltes Verbrechen statt?
Leider bedient sich der Film eines eigentlich unnötigen Erzähler-Kommentars, der dem dummen Zuschauer auch ja keine Chance lässt, selbst über das Geschehen zu urteilen. Dazwischen funktioniert das Wechselspiel zwischen den immer panischeren Insassen und dem von außen helfen wollenden Rettungspersonal recht gut. Obwohl die Spannung immer nur auf einem soliden Mittelmaß gehalten wird, wartet man immer schon auf die nächste Wendung im tödlichen Horror-Fahrstuhl. Auch wenn das Finale schließlich doch konventionell bleibt, darf "Devil" ein Lob für seinen mutigen Epilog gegeben werden, der sich dann doch nicht an die üblichen Genre-Konventionen hält. Auch wenn dem Zuschauer damit der übliche Spaß am triumphierenden Bösen genommen wird, darf man sich über einen inhaltlich gelungenen Abschluss freuen, der dann eben doch den Vorbildern der "Twilight Zone" durchaus gerecht wird.

BILD

Devil

Der anamorphe Widescreen-Transfer (2.35:1) basiert auf einer guten Vorlage, die keine analogen Rückstände aufweist. Schärfe und Kontrast sind gut, aber könnten in den dunklen Bereichen besser sein. In der immer dunkler werdenen Szenerie des Fahrstuhls nehmen die Details im Verlauf des Films ab. Die Farben sind solide und wirken nicht übernatürlich betont. Insgesamt besitzt der Film einen leicht überkontratsierten und desaturierten Look. Der Schwarzlevel ist sehr tief, aber nicht sehr Detailreich. Gerade im letzten Drittel des Films nimmt der Detailgrad ab. Die Kompression hält bis auf wenige Stellen gut durch. Ein paar leichte Rauschmuster sind ab und an im Hintergrund zu erkennen. Dafür muss man aber schon besonders genau hinschauen. Noch gut.

TON

Devil

Der DD5.1 Track vermag die kleine Bühne des Fahrstuhls und die sich darum ergebende, knarzende Geräuschkulisse gut einzufanden. Mit einigen recht gelungen Jump-Scarces und der stimmungsvollen Musik setzt der Track eher auf subtile Effekte, die im Einzelfall aber hervorragend plaziert sind. Die Dialoge kommen sicher aus dem Centerkanal. Störende Überlappungen oder Aussetzer gibt es nicht. Gut.

EXTRAS

Als Extras gibt es nur drei kurze Featurettes, die hauptsächlich nur aus Filmclips bestehen und nur wenige Kommentarsätze von M. Night Shyalaman und den Schauspielern beinhalten. Einzig die Info über das "Night Chronicles"-Projekt, zu dem auch "Devil" gehört, ist etwas interessanter. Herr Shyamalan erläutert hier, dass er eine daraus eine Genrefilm-Serie im Stil der "Twilight Zone" im Auge hat.
Die geschnittenen Szenen liefern interessante längere Einführungen der Charaktere, die im Fahrstuhl gefangen werden, aber nicht mehr im Film zu sehen sind. Dabei wird schon immer etwas über den Hintergrund der Figur verraten. Aus diesem Grund wurden die Szenen wohl auch wieder entfernt.

FAZIT

Wie eine verlängerte "Twilight Zone"-Episode spielt "Devil" gekonnt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers. Trotz einiger konzeptioneller Bremshügel nutz der Film sein schmales Setting gut aus. "Devil" ist ein kleiner, netter Genrebeitrag aus den Produktionshänden von M. Night Shyamalan. Die DVD von Universal bietet dazu solide Qualität, aber schwache Extras. Ein Gang in die Videothek dürfte hier wohl reichen.



Kay Pinno


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