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Vier Fäuste für ein Halleluja (Comedy)   (BLU-RAY)

Vier Fäuste für ein Halleluja (Comedy)
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Original: ...continuavano a chiamarlo Trinità   (Italien, 1971)
Laufzeit: 118 Min. (1080p)
Studio: 3L Homevideo
Regie: Enzo Barboni
Darsteller: Bud Spencer, Terence Hill, Yanti Somer, Emilio Delle Piani, Riccardo Pizzuti u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-MA 2.0 Deutsch
Untertitel: Deutsch
Extras: Fan-Treffen 2012, diverse Trailer, deutscher Vorspann u.m.
Preis: ca. 12 €
Wertung: 3 / 3-/ 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Mach schon Platz, ich bin der Landvogt!"

Als die Rechte von "Vier Fäuste für ein Halleluja" nach der Pleite seines Verleihs Adria an Tobis wechselten, entschied man sich für lukrative Wiederaufführungen eine gestrafftere Fassung (Schnittbericht siehe hier) des Films mit den inzwischen etablierten Stimmen von Terence Hill und Bud Spencer unter der Dialogregie von Rainer Brandt anzufertigen. Diese Fassung wurde schließlich auch als Grundlage für alle TV- und Videoauswertungen genutzt.
Während die restaurierte originale Kinofassung von "Vier Fäuste für ein Halleluja" bereits auf Blu-ray erschienen ist, liefert 3L nun endlich die populärere Comedy-Version auf Blu-ray nach. Diese läuft im Vergleich zur Adria-Fassung satte 7 Minuten kürzer, aber bietet dafür Thomas Danneberg (statt Hartmut Reck) und Arnold Marquis (statt Wolfgang Hess) als Stimmen von Terence Hill und Bud Spencer. Hier wird dauerhaft vom Leisten gezogen, dass sich die Balken biegen: "Schnallt die Friedensharken ab!", "Ist das Asthma oder Leidenschaft?" und viele weitere Brandt-Marken machen diese Fassung zum Klassiker bei den Fans.
Die Fortsetzung zu dem Überraschungshit "Die rechte und die linke Hand des Teufels" vereint die kriminellen Western-Brüder Bambino (Buddy) alias "Der Kleine" und Trinity (Hill) alias "Der müde Joe" wieder - und zwar ausgerechnet bei Mama und Papa!
Die verkrachten Brüder müssen sich bei ihren nicht minder rustikalen Eltern allerdings zusammenraufen. Schließlich geht's dem Herrn Papa nicht sehr gut und der hat nur den Wunsch, dass der dickköpfige wie herrische Bambino seinen kleinen Bruder unter die Fittiche nimmt und einen echten Banditen aus ihm macht.
Doch der gutmütige Tagedieb Joe bremst seinen neuen Chef immer wieder clever aus, um letztlich doch als Western-Robin Hood triumphieren zu können.
In der nächsten Stadt geraten die beiden Tunichtgute jedoch an den bestens organisierten Großkriminellen Parker (Emilio delle Piane). Der hält die Gringos allerdings für Regierungsagenten, was unsere Helden natürlich schamlos ausnutzen. Unter falscher Flagge wird so erstmal Front gegen die kriminelle Konkurrenz gemacht und ausnahmsweise legal Kopfgeld vom korrupten Sheriff abkassiert. Kompliziert wird die Lage als die beiden Jungs von ein paar Mexikanern erfahren, dass sich seltsame Dinge im örtlichen Kloster tun. Dort sollen die Mönche den göttlichen Segen mit eiserner Faust an die Peones verteilen und auch sonst ein eher unzüchtiges Leben führen. Während Joe bereits den Braten wittert, schickt ihn sein Bruder jedoch wieder mal auf einen Testraubzug. Welches seltsame Geheimnis mag sich aber hinter den Klostermauern verbergen?

Enzo Barboni legt mit "Vier Fäuste für ein Halleluja" noch einmal richtig nach und zementierte das Duo Bud Spencer und Terence Hill endgültig als die ganz großen Komödiengranaten. Geschickt variiert er hier nochmals die Geschichte von "Die rechte und die linke Hand des Teufels", indem er seine Hauptfiguren diesmal nicht direkt gegeneinander aufstellt, sondern sich als Team gemeinsam auf die vermeintlich richtige Seite des Gesetzes schlagen lässt. Als sympathische Antihelden, die trotz anderer Intention immer wieder moralisch richtig handeln müssen, dürfen sie abfeiert werden.
Dazu treibt Barboni den Running-Gag-Humor derart auf die Spitze, dass es qualmt. Angefangen von dem depperten Banditen-Trupp um Käpt'n Silberlocke Riccardo Pizzuti über den geradezu erfolglos korrupten Sheriff, der seine kriminellen Schützlinge trotzdem immer wieder einbuchten muss, bis zu der armen Farmer-Familie, der Bud und Terence ständig aus der Patsche helfen müssen, wird die trockenhumorige Lachschraube immer weiter angezogen. Dazu hagelt es legendäre wie denkwürdige Momente, die einem das Zwerchfell perforieren. So etwa das Pokerspiel mit anschließendem Backpfeifen-Trommelfeuer gegen Wildcat Hendricks oder die Beichtstuhl-Sequenz mit Bud Spencer im Kloster.
Und auch die legendären Prügelorgien der beiden Helden kommen nicht zu kurz. Besonders im ausufernden Finale packt Bud den Dampfhammer so richtig aus, weshalb der Film 1971 ursprünglich erst ab 16 Jahren freigegeben war. Inzwischen ist er aber auf eine mildere 12-er Freigabe eingestuft. Diese explosive Mischung aus handfester, spaßiger Action, den charismatischen Hauptdarstellern und dem Dauerfeuer an lässigem Humor spendierte dem Duo in Deutschland seinen größten Erfolg: über 11 Millionen Zuschauer sahen den Film bei der Erstauswertung im Kino.

BILD

Vier Fäuste für ein Halleluja (Comedy)

Leider wurde für die "Neuauflage" nicht mehr am HD-Master von "Vier Fäuste für ein Halleluja" geschraubt. Daher folgt hier noch einmal die bekannte Analyse: Aus insgesamt fünf alten Filmkopien der Adria-Fassung musste die vorliegende Version zusammengestückelt werden. Ein Zugriff auf das italienische Negativ war nicht möglich, da dies u.a. anscheinend ebenfalls gekürzt gewesen sein soll. Das so gewonnene Material war in einem denkbar schlechten Zustand. So weit möglich wurden Kratzer, Dreckspuren und Laufstreifen entfernt und das Bild beruhigt. Schärfe und Kontrast sind zudem aufgrund des Ursprungs (Positiv-Filmkopien) bei weitem nicht so gut, was aber auch insgesamt (selbst bei einem Negativ des Films) nicht erwartet werden kann.
Ausgehend von diesen Bedingungen sieht das Bild tatsächlich noch erstaunlich gut. Aber es gibt einen mittelgroßen Wehrmutstropfen. Anscheinend konnte nicht alles Material des Films so ordentlich restauriert werden, dass es genutzt werden konnte. An diesen Stellen hat man sich anscheinend - wie mit einem dicken Pflaster - eines hochgerechneten Standard-Auflösung-Transfers des gemasterten italienischen Transfers bedient. Besonders per Beamer auf einer Leinwand fällt der Unterschied zwischen den unterschiedlichen Qualitäten extrem auf. Auch auf einem HD-Fernseher wird man die plötzlich einsetzende Matschigkeit und auch einen leichten farblichen Nachzieheffekt erkennen. Beides drängt sich auf der Mattscheibe aber dankbarerweise nicht so stark auf. Wer den Film aber per Beamer auf einer Leinwand schauen will, muss sich auf diese recht harschen Qualitätsschwankungen gefasst machen. Besonders in den ersten 30 Minuten des Films sind leider einige längere Passagen - einschließlich der kompletten Credit-Sequenz (mehr dazu bei den Extras) - davon betroffen. (Anmerkung: für die normale DVD dürfte dies allerdings aufgrund der reduzierten Auflösung kaum eine Rolle spielen).
Das (vorhandene) HD-Material ist besonders im Vergleich zu den alten Inkarnationen des Films hübsch anzuschauen. Komplett farbkorrigiert enthüllt der Film nun eine ordentliche Detailtiefe und ein insgesamt homogenes und nicht mehr ausgewaschenes Bild. Dennoch wirkt der Transfer auch an einigen Stellen "etwas dünner". Filmkorn ist natürlich satt vorhanden, aber muss auch da sein, da dies tatsächlich dem originalen Look entspricht. Wer allerdings auf großer Leinwand schaut, wird wieder feststellen, dass sich sehr schmale, horizontale Drop-Outs in den Transfer eingeschlichen haben, die wahrscheinlich aus der Kombination aus schwierigem Material und DNR-Software ergeben haben. Auf einem TV-Schirm sind diese aber auch kaum zu bemerken und stören nicht.
Abgesehen von der Flickschusterei mit den SD-Auflösungspflastern ist das Ergebnis aufgrund der Ausgangslage als recht solide zu betrachten. Mit klarem Vintage-Charakter und schönem alten Kino-Look ist die Scheibe eine klare Verbesserung zu allen bisherigen Veröffentlichungen des Films.

TON

Vier Fäuste für ein Halleluja (Comedy)

Der Ton der Rainer Brandt-Synchronisation kommt doch deutlich besser weg als die alte Adria Synchronisation, weil hier natürlich auch auf vergleichsweise etwas jüngeres Material zurückgegriffen werden konnte. Zudem wurde auch ein besserer DTS-HD-MA 2.0 Track genutzt, der die Dialoge und den Sound erstaunlich gut wiedergibt. Komplett entrauscht und mit einer soliden Dynamik versehen knallen einem die Dialoge und die Musik von Oliver Onions um die Ohren, dass es eine Freude ist. Für einen 30 Jahre alten Audiotrack kann der Ton wirklich gut mithalten. Störende Überlappungen oder Aussetzer konnten nicht festgestellt werden.

EXTRAS

Die originale deutsche Credit-Sequenz der Adria-Fassung liegt nur hier im Bonusmaterial als unbearbeiteter HD-Abzug vor. Trotz der sehr starken Schrammen und Kratzer im Bild ist die eigentliche Grundqualität erstaunlich solide (Anm. Man beachte hier z.B. die noch recht scharfen Schrifteinblendungen). In direktem Vergleich zu dem unbearbeiteten Material aus dem oben genannten Bildvergleich sieht die Titelsequenz auch nicht so viel schlimmer aus. Warum dieses Stück nicht weiter bearbeitet wurde, um als korrekter Vorspann vor dieser einmaligen Version verwendet zu werden, bleibt ein absolutes Rätsel. Allein der originale gemalte Schriftzug "Vier Fäuste für ein Halleluja" und die komplette Nennung der Synchronbesetzung (Hier wird Bud Spencers "Der Kleine" als "Bob" genannt!) wären es wert gewesen! Schließlich hat man sich für den Film die Mühe gemacht und selbst das alte Adria-Logo für den Titel organisiert.

Im Gegensatz zur Blu-ray der Adria-Fassung hat 3L hier tief ins Trailer-Archiv gegriffen und sage und schreibe sieben Kinotrailer ausgebuddelt.
Hier ist auch endlich der originale deutsche Kinotrailer sowie der Wiederaufführungstrailer mit der Synchronisation von Rainer Brandt. Hier sind jedoch einige Sprüche zu hören, die nur so in diesem Trailer vorkommen. Desweiteren sind rare Trailer des Films aus u.a. Italien, Frankreich und den USA zu sehen.
Die Bildergalerie zeigt - unterlegt mit der Titelmusik - verschiedenes Werbematerial zum Film aus aller Welt.

Ein viertelstündiges Video zeigt auch wieder mal schicke Impressionen des letzten Bud Spencer und Terence Hill Fan Treffens von 2012 in einer Westernstadt.

Zusätzlich liegt der Scheibe auch noch ein neues, 8-seitiges Booklet mit einem recht ausführlichem Text von Mike Siegel über die Produktions- und Erfolgsgeschichte von "Vier Fäuste für ein Halleluja" bei. Dazu gibt es auch seltenes Bild und Werbematerial zu sehen. Eine sehr schöne Dreingabe.

FAZIT

Nach langer Zeit reicht 3L auch die Comedy Fassung von "Vier Fäuste für ein Halleluja" nach. Spencer Hill Fans dürfen gleichzeitig enttäuscht und erfreut sein, denn leider handelt es sich um den gleichen Bildtransfer der bereits veröffentlichten Adria Fassung Fassung, die hier für die Comedyfassung zurechtgestutzt wurde. Dafür gibt es aber die Brandt-Synchro und sogar ein paar anständige Extras. Besser als die preislich fast gleich liegende DVD sieht die Blu-ray auf jeden Fall aus.



Kay Pinno


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